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27.06.2010, 14:38 Uhr | Übersicht | Drucken
Der Weißstorch ist in Baden wieder heimisch - Population wächst beständig
30 Jahre Storchenprojekt in Baden-Württemberg

„Das Zusammenwirken von Ehrenamt und gezielter Förderung der landwirtschaftlichen Nutzung hat den Weißstorch in unserer Region wieder beheimatet“, erklärt Landtagsabgeordneter Karl-Wolfgang Jägel, CDU, zufrieden. Aus Anlass des 30. Geburtstages des „Projektes zum Bestandschutz und Wiederansiedlung des Weißstorches in Baden-Württemberg“ begleitete Jägel den ehrenamtlichen Storchenberinger der Region, Stefan Eisenbarth, bei seiner Arbeit.


Abgeordneter Karl-Wolfgang Jägel (Mitte) mit Bürgermeisterstellvertreter Harald Unser (links) und Storchenberinger Stefan Eisenbarth (mit Storch)
 


Beim Storchennest in Muggensturm konnte sich Jägel gemeinsam mit Bürgermeisterstellvertreter Harald Unser vom Erfolg des Projektes überzeugen. „Vor 30 Jahren gab es noch genau 15 Storchenpaare in Baden-Württemberg, im letzten Jahr haben wir 426 Brutpaare gezählt“, erklärt Eisenbarth. Genau das war das Ziel des 1980 gegründeten Projektes der Naturschutzverwaltung, das damals unter der Leitung der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe und dem Naturschutzbund Deutschland stand.

Zwischen 1984 und 1997 wurden in der damaligen Aufzuchtstation in Schwarzach (Neckar-Odenwald-Kreis) Störche unter wissenschaftlicher Beobachtung aufgezogen und unter anderem in der Oberrheinebene, vor allem in Rheinstetten und Iffezheim, angesiedelt. Wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Ansiedlung war die Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, die Grünlanderhaltung, die Anlage neuer Feuchtgebiete und die Vernässung von Wiesenflächen.

Seit Beginn des Projektes ist aber auch sehr viel ehrenamtliches Engagement notwendig und mit der steigenden Storchenpopulation steigt auch der Arbeitsaufwand der Helfer: jeder Jungstorch muss beringt werden, damit sein Weg und seine Herkunft nachvollzogen werden kann. Ebenso müssen die Nester regelmäßig kontrolliert werden, da die Storcheneltern teilweise auch Müll im Nest verarbeiten, so birgt ein Stück Plastik die Gefahr des Ertrinkens im Nest und eine Sisalschleife die Gefahr des Erstickens. Auch werden die Jungstörche gesundheitlich überwacht und teilweise auch gewogen. „Das lernt man alles mit der Zeit, wenn man sich für die Natur interessiert und sich mit erfahrenen Storchenbeauftragten unterhält“, erklärt Eisenbarth dem Abgeordneten.

Praktische Hilfe erfährt Eisenbarth aber auch immer wieder durch die Kommunen, in denen sich die Störche niederlassen. „Für jede Nestkontrolle oder Beringung ist ein Hubwagen oder die Feuerwehr notwendig, auch wenden sich die Gemeinden gerne von sich aus an mich, um zu erfahren, was sie für die Ansiedlung des Storches tun können“ sagte Eisenbarth.

Karl-Wolfgang Jägel dankte Stefan Eisenbarth stellvertretend für alle Ehrenamtlichen im Storchenprojekt für sein großes Engagement, denn ohne diesen beispielhaften Einsatz wäre die Wiederansiedlung des Storches in der Region sicher nicht möglich gewesen. „Jetzt ist der Storch wieder in Baden heimisch“ sagte Jägel. „Störche sind ein Symbol für Zukunft und ökologischen Ausgleich, darüber freue ich mich“ so der Abgeordnete.





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